Karmann Ghia
Karmann Ghia* Typ 14, 1969, Noblesse in Chromblau
*sprich: [Gia, Betonung auf dem „i“].
Anmerkung: Wann immer sich im Italienischen ein „h“ zwischen „g“ und „i“ schiebt, wird aus dem „dsch-Laut“ ein hartes „g“, analog unserer deutschen Phonetik.
Versetzen wir uns an den Beginn der 50er Jahre: Das deutsche Wirtschaftswunder versorgt die Bundesbürger mit Arbeit und Geld. So mancher entscheidet sich zum Kauf eines Autos. Bald schon steigen die Ansprüche. Die bloße Tatsache, in einem Automobil lediglich trockenen Fußes und rascher als bis dato anzukommen, wird allmählich vom Prestigebewußtsein überlagert. Immer mehr Deutsche legen beim Autofahren Wert auf Eleganz und Schick.
Einer der diesbezüglichen Vordenker ist der deutsche Karosseriebaumeister Wilhelm Karmann, Direktor der Osnabrücker Fahrzeugfabrik Karmann. Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Volkswagenkonzern kann das Karmann-Werk auf die Unterstützung und technische Versorgung der Wolfsburger zählen.
Wilhelm Karmann spukt ein sportlich gestalteter, edel aussehender, gleichzeitig bezahlbarer Zweisitzer im Kopf herum. Seine Freundschaft zu Luigi Segre, dem Inhaber der Turiner Designschmiede Carozzeria Ghia, bringt 1953 die Sache ins Rollen. Karmann schildert Segre, was ihm vorschwebt, Segre veranlaßt in Turin die prompte Umsetzung.
Das Ergebnis ist ein deutsch-italienischer Klassiker, der von Anfang an die Gemüter begeistert.
Als im Herbst 1953 der VW-Verkaufsleiter das elegante, markant geschnittene, atemberaubend proportionierte Coupé begutachtet, weiß er, eine neue Ära ist eingeläutet.
Dies ist auch dem VW-Chef nach seiner Erstbesichtigung des Karmann Ghia klar. Noch am selben Tag gibt er die Serienproduktion frei. Damit einher geht der zukünftige Vertrieb des neuen, im Hause Karmann gefertigten Coupés über das VW-Händlernetz.
Knappe zwei Jahre später, Mitte Juli 1955, wird der Karmann Ghia der beeindruckten Öffentlichkeit vorgestellt. Vertreter von Presse und Wirtschaft zollen dem Schmuckstück enthusiastisch Beifall. Die IAA Frankfurt im September 1955 stellt die Weichen für dessen anschließende bombastische Verkaufsstatistik.
Zwischen 1955 und 1974 wird das Auto insgesamt mehr als 443.000 mal gebaut.
Unser chromblaues Coupé ist eine optische Sensation. Seine wunderschöne Silhouette verbirgt die zugrunde liegende urdeutsche technische Basis aufs frappanteste.
Davon abgesehen dürfen Sie sich, sobald Sie in dem raffiniert gestylten Coupé Platz genommen haben, auf das Coolste überhaupt freuen: Auf das kultige Käfer-Feeling beim Anlassen der Herrlichkeit! Ihre nach dem spezifischen Käfer-Sound lechzenden Ohren hören den guten, treuen, unverwüstlichen, luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor des Volkswagens beruhigend vor sich hinbrabbeln. Sofort fühlen Sie sich daheim, das Vertrauen in die solide, von jeher bewährte Technik ist unerschütterlich.
Der überwältigende, an Zauberei grenzende Rundumblick trägt maßgeblich zum typischen Karmann Ghia Fahrerlebnis bei. Aufgrund seiner ausgefeilten Aerodynamik und flachen Bauweise ist das Auto spritzig und wendig unterwegs. Sie sitzen ungemein bequem. Die angenehme Automatik, die sich lediglich durch ihr leises Klacken beim anfänglichen Hochschalten bemerkbar macht, verleiht Ihnen einen luxuriösen Fahrkomfort. Unsere chromblaue Noblesse ist durch und durch darauf eingestellt, eine lange Strecke Ihre verläßliche Begleitung zu sein: Die attraktive Schnauze bietet genug Stauraum für Ihr Gepäck. Der sparsame Verbrauch lädt zu allen erdenklichen Abstechern ein. Das Kurvenfahren gerät zum Heidenspaß, da der Karmann Ghia sich phantastisch straff und punktgenau in der Lenkung zeigt. Erleben Sie ein Fahrgefühl vollendeter Harmonie, eine Reise der souveränen Gemütlichkeit.

Es ist ein überwältigend nostalgisches Gefühl, das zarte Lenkrad zu steuern. Sie werden sich bewußt beherrschen müssen, um nicht wiederholt aus purer Lust und Wohlgefallen den Hupring zu betätigen. Ihr Auge schweift zärtlich zu den chromgefaßten Anzeigen des Armaturenbrettes. Sobald Ihr Blick das originale Radio entdeckt hat, werden Sie in die Bredouille geraten: Was ist Ihnen wichtiger? Käfer-Brabbeln oder die Romantik der einstigen Radioanlage? Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen, wir empfehlen den gelegentlichen Wechsel.
Unsere chromblaue Noblesse verspricht Ihnen Genuß von der ersten Sekunde. Wer Sie überholt, ist irrelevant. Völlig belanglos. Sie sitzen in einem der berückendsten Oldies. Nur das zählt. Viele bleiben bewußt hinter Ihnen, um möglichst intensiv das knackige Heck zu studieren.
So streßfrei wie Sie gestartet sind, so erholt kommen Sie an, ganz gleich, wieviel Stunden Sie in unserem Himmelsfalter durch die Lande geschwebt sind.
Die zeitgenössische, liebevolle Titulierung des Karmann Ghia als „Hausfrauen-Porsche“ transportiert eine ganze Welt der Emotionen. Seine Formen sind bestechend sexy. Seine perfekt proportionierte Linienführung spricht insbesondere die holde Weiblichkeit an. Die Kurven des Coupés erinnern an die angespannten Muskeln einer Wildkatze, mit aufreizend geblähten Nüstern. Wie könnte eine derartige Wildkatze mit Porsche-Pseudonym wiederum die Männerwelt kalt lassen? Es ist, wie es ist: Die sportlich-athletische, grazile Erscheinung der chromblauen Noblesse haut uns alle um.
Der Karmann Ghia, das typische Wohlstandssymbol der Deutschen, ist heute moderner denn je. Seine köstlichen Auftritte im brandneuen Film „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ legen lebhaftes Zeugnis ab. Die tragende Filmrolle des faszinierenden Automobils verleiht der apulischen Kulisse einzigartigen Charme. Die deutsch-italienische Liaison besitzt überzeitliche Gültigkeit und bringt die Herzen in Wallung.
Der Karmann Ghia, der Deutschen liebstes Kind im Gala-Gewand, bringt jedes Auge zum Leuchten. Insofern sagen wir voll Stolz, dabei bewußt die bekannten Grußworte von 1974 abwandelnd, welche an den letzten vom Band rollenden Karmann Ghia gerichtet waren:
„Du liefst so gut,
du warst so schön,
drum gibt’s bei uns
ein Wiedersehn!“
Oldtimer onTour: Mieten Sie Ihren Wunscholdtimer
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |







Ihr Warenkorb ist leer